Blankes, glattes Metall sieht hochwertig und edel aus. Allerdings ist die Oberfläche dann nicht ausreichend gegen äußere Einflüsse wie Kratzer und Korrosion geschützt. Gerade letzteres ist in der Industrie ein großes Problem, denn sie wird durch chemische und thermische Einflüsse begünstigt und verkürzt die Lebensdauer von Maschinen. Eine Pulverbeschichtung ist für die meisten Oberflächen geeignet und garantiert den bestmöglichen Schutz.
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Einfach erklärt: Was ist eine Pulverbeschichtung?
Die Pulverbeschichtung ist eines der beliebtesten Verfahren zur Oberflächenveredelung, bei dem ein spezielles Pulver auf ein Werkstück (z. B. aus Metall) aufgetragen wird. Dieses Pulver besteht aus fein gemahlenen Kunststoffpartikeln, Pigmenten und anderen Additiven (Zusatzstoffen) und ist elektrostatisch aufgeladen. Anschließend wird das Pulver auf ein leitfähiges Werkstück gesprüht, welches ebenfalls elektrisch geerdet ist. Hierdurch haftet das Pulver gleichmäßig auf dem Werkstück.
Im nächsten Schritt wird das Werkstück in einem Ofen erhitzt, wodurch die Pulverschicht bündig mit dem Material verschmilzt und einen idealen Schutz bildet. Aufgrund dieses „Rundumschutzes“ werden Pulverbeschichtungen beispielsweise in der Automobilindustrie und im Maschinenbau eingesetzt.
Vorteile der industriellen Nutzung von Pulverbeschichtungen
In den letzten Jahren hat die Nachfrage nach Pulverbeschichtungen stark zugenommen, im Jahr 2023 wird das weltweite Marktvolumen auf über 23 Milliarden US-Dollar geschätzt. Ein Grund hierfür ist die zunehmende Bedeutung der Nutzung umweltverträglicher Alternativen zu Flüssiglacken, denn Pulverlacke enthalten keinerlei flüchtige organische Verbindungen und reduzieren den Materialabfall.
Pulverbeschichtungen überzeugen bei industrieller Anwendung durch viele entscheidende Vorteile:
- Lange Haltbarkeit und Beständigkeit gegenüber Kratzern, Chemikalien, Korrosion und UV-Strahlung.
- Gleichmäßige und lückenlose Beschichtung ohne Tropfen oder Läufer in der Oberfläche.
- Hohe Umweltverträglichkeit, da sie frei von flüchtigen organischen Verbindungen sind.
- Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten, u. a. auf Metall oder Kunststoff.
- Kosteneffiziente und schnelle Produktion, denn Erhitzung vernetzt die Pulverschicht schnell.
- Widerstandsfähigkeit gegen thermische und mechanische Belastungen im Industriebereich.
Eindrucksvolles Beispiel: Spezielle Pulverbeschichtungen sind außergewöhnlich hitzebeständig und halten Probleme über 200 °C problemlos aus. Die thermische Stabilität schützt die Oberfläche zuverlässig vor Verformungen und Farbveränderungen, auch bei intensiver Sonneneinstrahlung oder industrieller Nutzung. Spezielle Pulverbeschichtungen sind sogar bis 500 °C resistent.
Woraus bestehen hochwertige Pulverbeschichtungen?
Es gibt zwei Gruppen von Pulverbeschichtungen, zwischen denen es grundsätzlich zu unterscheiden gilt:
- Thermoplastische Pulverbeschichtungen
- Duroplastische Pulverbeschichtungen
Grundsätzlich bestehen die Beschichtungen aus Kunststoffpartikeln, die thermoplastische oder duroplastische Eigenschaften besitzen. Diese werden mit Pigmenten für Farbe, Oberfläche und Ästhetik sowie Additiven zur Verbesserung der Haftung und des Korrosionsschutzes gemischt. Thermoplastische Beschichtungen (z. B. PVC oder Nylon) schmelzen bei Hitze, während duroplastische Beschichtungen (z. B. Epoxid- oder Polyesterharz) durch chemische Reaktionen aushärten. Letztere sind dadurch besonders robust, allerdings auch teurer.
Beispiel zum Anwendungsbereich von Pulverlacken
Pulverbeschichtungen bzw. Pulverlacke finden breite Anwendung im gesamten Industriesektor, beispielsweise in der Automobilherstellung. Dort werden sie vor allem für die Karosserie- und Felgenbeschichtung eingesetzt, was die Fahrzeuge beständig gegen extreme Witterungsbedingungen und Korrosion macht. Im Baubereich werden Pulverlacke beispielsweise für Fassaden und Fenster genutzt, da diese der UV-Strahlung der Sonne sowie dem Wetter ausgesetzt sind. So wird die Lebensdauer dieser Bauteile enorm verlängert.
Pulverbeschichtungen überzeugen durch Vielseitigkeit, Langlebigkeit und eine hohe Umweltverträglichkeit. Sie sind unverzichtbar für moderne Industrieanwendungen, bei denen Langlebigkeit und Ästhetik gleichermaßen gefragt sind.